Flughafen: WIRD DOCH WUNDER-BER

„Bekommt jede Stadt den Flughafen, den sie verdient?“

Dann ist es für Berlin vielleicht doch noch nicht zu spät. Denn was lange währt, könnte immer noch gut werden. Das Museum erhascht einen Blick in den neuen Haupstadtflughafen.

Text: Max Ohnmacht

Über den Berliner Flughafen wird gerne gelästert. Dass es dafür gleich mehrere Gründe gibt, ist auch dem Transportmuseum nicht entgangen. Doch es wird hier und heute auf keinen einzigen davon eingehen.

Denn aus von der Pressefreiheit gedeckten Quellen wurden dem Museum exklusive Foto-Aufnahmen aus dem inneren des Flughafens zugespielt. Und wie soll man es anders sagen? Der neue Deutsche Haupstadtflughafen wird (insofern er denn wird) einfach chic!

Das Museum lädt alle seine Besucher zu einem kleinen Rundgang ein:

Neue Nationalgalerie? Nein, Neuer Flughafen. Im Vergleich zum Jahrhundertbauwerk Mies van der Rohes ist der Flughafen zwar zu möchtig, zu steril und einfach nicht so raffiniert, aber: nirgendwo wirkt Berlin so 21st century-weltmetropolig wie hier! Und das hat auch seinen Charme.
Willkommen in der Abflughalle des BER. Die riesige, zentrale, weltgewannte Anzeigetafel Tegels werden wir vermissen. Das dezentrale Anzeigenkonzept ist natürlich viel moderner. Schön zu sehen, dass die Bildschirme schon funktionieren. Nächster Abflug: Oktober 2020. (Hoffentlich.)
So einen schönen Check-In-Kiosk haben wir lange nicht gesehen. Holz und polierter Stein wirken sehr gediegen und alles andere als billig. Hinweisschilder präsentieren sich in weißer Schrift auf rotem Grund. Rot ist nämlich die Farbe Brandenburgs. (Wenn auch nicht genau der verwendete Farbton.)
Ebenso wie die rote Farbe der Schilder zitieren die Baumaterialien das Heimatbundesland Brandenburg. Denn: Dort gibt es Wälder (wenn auch keine mit Nussbäumen) und Steine (wenn auch nicht genau diese hier). Sei’s drum. Den Brandenburgern gefällt es hoffentlich trotzdem.
Die zahlreichen Durchgänge zur Sicherheitskontrolle lassen auf schnelle Checks und kurze Wartezeiten hoffen.
Der Duty-Free Bereich riecht noch nicht nach Parfum. Uns gefällt, dass er nicht Mall of Berlin Format zu haben scheint. Auch von einer Labyrinth-artiger Wegführung wurde allem Anschein nach abgesehen. Der Weg von Check-In zu Flugsteig ist kurz, der Flughafen primär ein Flughafen und kein Shopping Center. Eine Tegel-Tugend.
Die Lufthansa hat es sich nicht nehmen lassen, den Flughafen großzügig mit silbernen Kranichen zu behängen. Ob sie die Logos vor Eröffnung gegen das neue, filigranere Design austauschen wird? Ob sie doch, wie vor einem Jahrzehnt noch im Gespräch, einen A380 in Berlin stationieren wird? Wir erwarten es mit Spannung.
Auch die Wartebereiche am Gate wirken vornehm. „Bitte nehmen Sie einen Augenblick Platz, der Abflug verzögert sich noch ein wenig…“, meint man es durch die Lautsprecher zu hören. Liebe Flughafengesellschaft, wir sind bereit für den BER. Bitte baut ihn doch bald fertig, ja?

Autor: Max Ohnmacht

Enthusiast for everything in motion, observer of the ways transportation forms and transforms society, Max Ohnmacht has taken on the post of director of the online-first-and-only Transport Museum (www.TRANSPORTMUSEUM.net).

2 Kommentare zu „Flughafen: WIRD DOCH WUNDER-BER“

  1. Da fehlt ein Wort: Und der Flughafen primär ein Flughafen, kein Shopping Center.

    Liest sich wieder super. Die Bildern passen.

    Gruß Rudolf

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